Reoviren wurden 1957 zum ersten Mal im Geflügel nachgewiesen. Im ersten Krankheitsfall zeigten die Hühner klinische Symptome der Virusarthritis/Tendosynovitis. Reoviren wurden im Lauf der Jahre aber auch mit weiteren Symptomen, wie dem Malabsorptions-Syndrom, Perikarditis, Myocarditis, Hydroperikard, Gastroenteritis, Hepatitis sowie akuten und chronischen Atemstörungen in Verbindung gebracht. Außerdem werden Reoviren bei klinisch unauffälligen Tieren nachgewiesen.

Das Virus tritt bei Hühnern, Puten und anderen Geflügelspezies auf der ganzen Welt auf. Eine Übertragung kann vertikal über das Ei und horizontal über eine orale Aufnahme oder über den Respirationstrakt erfolgen.

Küken in der ersten Lebenswoche sind äußerst empfänglich für eine Reovirus Infektion. In Mastküken und Jungputen kann das Virus das Malabsorptions-Syndrom mit verringerter Gewichtszunahme, Auseinanderwachsen und Störung der Befiederung sowie einer insgesamt schlechteren Futterverwertung hervorrufen.

Abgerissene Sehne
Abgerissene Sehne

Auch Virusarthritis/Tendosynovitis mit geschwollenen Gelenken, Schädigung der Sehnen und Sehnenscheiden sowie Lahmheit wird häufig beobachtet.

Da die Küken in der ersten Lebenswoche besonders empfänglich für das Virus sind, ist ein Schutz über maternale Antikörper empfehlenswert. Wichtig ist daher eine Immunisierung der Elterntiere durch Impfung mit einem Inaktivat-Impfstoff. Lebend-Impfstoffe werden häufig als Basisimpfung eingesetzt, um den „Booster“-Effekt für die Inaktivate zu verstärken.